DiggIt! Del.icio.us Furl It Spurl! TechnoratiFaves folk it! Google Bookmark Wikio Share on Facebook Wong It! oneview - das merk ich mir! Diese Nachricht bei Webnews einstellen Save to Yahoo! My Web
Azlan IBM RSS Abo
> > News
WEB 2.0 Reportage

Social Software bringt neue Chancen für Unternehmen

Social Software wie Blogs, Social Networks oder Twitter bietet Unternehmen neue Optionen für schnellere Kommunikation, bessere Zusammenarbeit und die zielgerichtete Ansprache von Kunden. Darüber waren sich die Redner des Web 2.0-Kongresses in München einig.

Wie können Unternehmen das Web 2.0 für ihr Marketing nutzen? Professor Dr. Marc Drüner betonte in seiner Eröffnungsrede hier die besondere Rolle von sozialen Netzwerken wie Facebook oder MySpace, deren Mitglieder sich dort mit ihren Interessen profilieren und virtuell vernetzen. Ziel von Firmen müsse es sein, dass ein beworbenes Produkt sich in den Netzwerken zum „Talk of Town“ entwickle. Statt eine eigene Community aufzubauen, die häufig nur auf geringe Resonanz stößt, rät Drüner den Unternehmen zum Seeding: „Sie müssen dort hingehen, wo die Menschen schon über Ihr Thema reden, beispielsweise Autos, Kosmetik etc. Es ist dabei besonders wichtig, dass die Kommunikations-Konzepte genau auf das jeweilige Netzwerk abgestimmt sind.“

Als Beispiel führte Drüner die Soundwave-Kampagne des Brausegetränk-Herstellers Coca Cola an, die auf MySpace startete und von dort aus gezielt in viele weitere Netzwerke getragen wurde. Dabei kommt der Name „Coca Cola“ nur untergeordnet vor. Stattdessen dient ein Musik-Wettbewerb als Aufhänger, um zum „Stadtgespräch“ zu werden.

Direkte Kommunikation mit den Kunden
Auch Eric Hofmann, Senior Manager Web Strategy & CRM bei Sony Music Entertainment, geht davon aus, dass Social Media einen Paradigmenwechsel im Marketing erfordert. „Die Unternehmen müssen sich dringend auf einen Dialog mit ihren Kunden einlassen. Denn Verbraucher-Bewertungen sind eine der wichtigsten Aktivitäten im Internet.“ Das Web 2.0 sei ein offenes n:n-Medium, in dem sich die Kunden immer stärker miteinander vernetzen und als Gruppe erheblich an Meinungs-Macht gewinnen.

Da viele Unternehmen strukturell noch auf 1:n-Kommunikation ausgelegt seien, fehle das Verständnis für die Wirkungsweise von Social Media noch weitgehend. „Die Konsumenten gewinnen im Web 2.0 weiter an Macht“ ist sich Hofmann sicher. „Die bisherigen Erfahrungen mit disziplinierter, standardisierter Kommunikation helfen nicht mehr weiter.“ Er fordert die Unternehmen auf, Social Media selbst verstärkt zu nutzen, zu verstehen und aus den Erfahrungen zu lernen.

Sony Music Entertainment selbst vernetzt in seinem Projekt „MyBackstage“ Fans seiner Künstler, etwa von Britney Spears oder Peter Maffay. Sie können Mitglied der Community ihres Lieblingssängers werden, ein eigenes Profil erstellen, sich mit anderen Fans vernetzen, chatten oder über aktuelle Themen etc. im Forum diskutieren.

Bedeutung sozialer Netzwerke steigt
„Soziale Netzwerke bieten Unternehmen geschäftlichen Nutzen“, betonte Kevin Eyres, Europachef von LinkedIn, auf dem Web 2.0 Kongress. Das treffe auf Communitys wie Facebook ebenso zu wie auf Business-Netzwerke. Der Unterschied zwischen sozialen Netzen allgemein und Business-Netzwerken liege in der Zielsetzung - Spaß oder Karriere - und den Beziehungen zwischen den Mitgliedern - Freunde oder Kollegen. Während bei Facebook die User vor allem Fotos teilten, spiele bei professionellen Netzwerken wie XING oder LinkeIn die Personensuche die größte Rolle.

„Jeder Berufstätige wird künftig einem Netzwerk angehören“, sagte Eyres. „Firmen werden diese Medien zur Information, Zusammenarbeit und Kommunikation nutzen.“ Für den Einsatz von sozialen Netzwerken für Firmen sieht der Europachef viele Möglichkeiten: die Einbindung von Experten, das Aufspüren von Trends und neuen Geschäftsmodellen sowie die Rekrutierung neuer Mitarbeiter. „Firmen können es sich nicht mehr leisten, sich abzuschotten“, so Eyres. „Sie müssen sich außerhalb ihrer Firewall bewegen, denn dort befinden sich viele Experten.“

Kritik in Unternehmensblogs zulassen
Ein weiteres Web 2.0-Medium für eine verbesserte Kommunikation zum Endkunden sind Unternehmensblogs. „Unternehmen werden künftig gezwungen sein, über Blogs, Twitter & Co. zu kommunizieren, anstatt sich auf die Presse zu verlassen“, sagte Blog-Pionier Robert Basic in einer Podiumsdiskussion. Gleichzeitig stellte er den meisten Unternehmen ein vernichtendes Zeugnis aus: „Die deutschen Corporate Blogs bringen es nicht, sie sind langweilig und steif.“ Zugleich sei das Gros der Firmenblogs zu wenig offen und nicht auf die Bedürfnisse der Leser ausgerichtet.

Doch wie können Firmenblogs erfolgreich sein? Uwe Knaus, Leiter Corporate Blog bei Daimler, nennt Dialog, Authentiziät, Transparenz und Geschwindigkeit als Erfolgsfaktoren. „Bei uns bloggen die Mitarbeiter selbst, keine PR-Agentur oder die Presseabteilung. Deshalb lesen sich die Beiträge manchmal ein bisschen ruppig.“ Jeder Beitrag werde vor Veröffentlichung gelesen. Daimler setze sein Blog vor allem deswegen ein, um sich von den Medien zu emanzipieren und Meldungen zu verbreiten, die ihren Weg nicht in Presse finden.

Für Knaus haben Initiatoren von Corporate Blogs in Deutschland mit einem ganz speziellen Problem zu kämpfen: „Wir versuchen in Deutschland immer, die Kommunikation zu kontrollieren. Doch eine One-Voice-Policy ist ein großes Hindernis beim Corporate Blog.“ Daimler lässt deshalb negative Kommentare zu. „Das dokumentiert Souveränität. Denn starke Marken vertragen Kritik“, so Knaus weiter. Meist könne er sogar auf das Beantworten von Kommentaren verzichten, weil das die Community von selbst regle.

Auch Kirstin Walther, Inhaberin der Kelterei Walther und Betreiberin des Saftblog, lässt kritische Kommentare stehen: „Wenn jemand in meinen Laden kommt und sich beschwert, sage ich ja auch nicht: Das habe ich nicht gehört.“ Mit Hilfe des Blogs konnte sie ihren Umsatz in den letzten Jahren mehr als verdreifachen. Die direkte Kommunikation sei wichtig in der Lebensmittelbranche. Darüber hinaus hat sie durch das Kunden-Feedback wichtige Anregungen erhalten. „Alles, was bei uns bei den Produkten zum Erfolg geführt hat, kam durch die Kunden.“ Walther gab zu, dass sie Web-2.0-Kommunikationsformen vor drei Jahren noch skeptisch gegenüberstand. Das hat sich geändert: „Jetzt entdecken wir Twitter.“

Twittern in Unternehmen
Der Microblogging-Dienst Twitter (englisch „to twitter“ = zwitschern) gilt als das nächste große Ding im Internet mit derzeit phänomenalen Wachstumsraten im dreistelligen Prozentbereich. Angemeldete Benutzer können via Twitter kurze Textnachrichten - so genannte Tweets oder Updates - mit maximal 140 Zeichen senden und die Nachrichten anderer Benutzer über eine Internet-Seite oder ihr Mobiltelefon lesen. Mittlerweile nutzen viele Unternehmen Twitter für die interne und externe Kommunikation.

Lars Basche von der PR-Agentur Text 100 gab in seinem Vortrag auf dem Web 2.0-Kongress Anregungen, wie Firmen Twitter effektiv einsetzen können. So lasse sich der Microblogging-Dienst im Rahmen des Projektmanagements für den Austausch von Informationen und die Abstimmung von Projekten zwischen verschiedenen Niederlassungen eines Unternehmens nutzen. Auch für Brainstormings und die Recherche sei Twitter gut geeignet.

„Nach außen können Firmen Twitter für Eigenwerbung, Support oder den Vertrieb einsetzen, um Kunden an sich zu binden“, erklärte Lars Basche. Sie sollten dazu entweder Accounts für ihre Mitarbeiter anlegen, oder aber bei Corporate Accounts in den biographischen Informationen den oder die Menschen dahinter vorstellen. „Twitter ist ein Dialogmedium. Der Nutzer will den persönlichen Kontakt und nicht den zu einer PR-Abteilung.“

Am Ende seines Vortrags gab Lars Basche Unternehmen folgende
Tipps für den Einsatz von Twitter mit auf den Weg:

  • Vor dem Start: Überblick über die Aktivitäten der Mitbewerber und die
    Stimmen zum eigenen Unternehmen verschaffen
  • Nutzer erwarten schnelle Antwort
  • Mitarbeiter motivieren, sich in der digitalen Öffentlichkeit für das
    Unternehmen zu engagieren
  • Mitarbeiter mit Guidelines für die Kommunikation über Twitter versorgen
  • Negativen Kommentaren mit Sachlichkeit begegnen
  • Twitter-Präsenz auf der Website und in Newslettern bekannt machen
    sowie in die Kommunikationsstrategie einbinden
Social Software

Social Networks wachsen deutlich.

Social Networks haben sich nach einer repräsentativen Umfrage des Karlsruher Internetportals Web.de innerhalb kurzer Zeit im Internet etabliert. Demnach ist mehr als die Hälfte (58 Prozent) der deutschen Nutzer auf Plattformen wie StudiVZ, Facebook oder Xing aktiv. Zwei Drittel von ihnen sind dort seit höchstens zwei Jahren angemeldet.

Der Studie zufolge ist E-Mail aber nach wie vor das führende Kommunikationsmittel im Internet. Praktisch jeder habe eine eigene Adresse, heißt es in der Studie. Rund 82 Prozent der Nutzer verbringen wöchentlich mehr als eine Stunde mit ihren Mails, 50 Prozent schauen mehrmals täglich ins Postfach. Convios Consulting aus Augsburg hatte im Auftrag von Web.de 1.000 Internetnutzer ab 16 Jahren befragt.

Die Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen jüngeren und älteren Nutzern. Soziale Netzwerke sind vor allem bei den unter 20-Jährigen beliebt. Nahezu 95 Prozent von ihnen sind auf derartigen Plattformen angemeldet. Zudem nutzen sie diese häufiger und intensiver. Die meisten Befragten nutzen mehrere Dienste parallel. 76 Prozent haben zwei oder mehr E-Mail-Adressen, immerhin 43 Prozent pflegen mehr als ein Profil in sozialen Netzwerken. 41 Prozent greifen auf mehrere Instant Messenger zurück. Laut Studie wünschen sich jedoch rund 70 Prozent ein Zusammenwachsen der verschiedenen Dienste.