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Erfolgsfaktoren für SOA

Der Aufbau einer Service-orientierten Architektur verspricht Unternehmen mehr Flexibilität und sinkende IT-Kosten. Doch SOA-Projekte können auch scheitern. Um dies zu vermeiden, sollten Unternehmen sieben grundlegende Erfolgsfaktoren beachten. Ein Überblick.

SOA ist keine reine Technologie, sondern ein breit angelegtes Rahmenwerk. Das große Ziel ist eine an Geschäftsprozessen ausgerichtete IT-Infrastruktur, die schnell auf veränderte Anforderungen reagiert. Doch wo sollen Unternehmen beginnen? Entscheidend für den Erfolg einer SOA-Einführung ist das richtige Vorgehensmodell. Dabei sind organisatorische Aspekte mindestens ebenso wichtig wie technische. Folgende sieben Erfolgsfaktoren haben sich in der Praxis herauskristallisiert.

Erfolgsfaktor 1: ganzheitliche Betrachtung

Ein grundlegender Erfolgsfaktor für SOA ist es, die Ausrichtung und Wertschöpfung des Unternehmens ganzheitlich zu betrachten. Dieser Blick umfasst die Unternehmens- und IT-Strategie, Governance und Organisation sowie die fachliche und technische Architektur. Erst das nahtlose Zusammenspiel aller Aspekte ermöglicht die effiziente Einführung von SOA und macht das Unternehmen agil. Denn je rascher sich die Anforderungen an Geschäftsprozesse verändern, desto mehr profitieren Firmen von den Vorteilen einer gut implementierten Service-Architektur.

Jedem im Unternehmen – insbesondere aber dem Management – sollte daher klar sein, was Service-Orientierung grundsätzlich bedeutet, welche Facetten sie hat und welche Vorteile sich damit erzielen lassen. Dann geht es daran, dieses Wissen im eigenen Unternehmen anzuwenden. Wo sind die Bereiche, die besonders stark von einer SOA profitieren würden? Was will das Unternehmen dabei erreichen? Wo ist ein guter Startpunkt? Was wäre ein ideales Endziel? SOA ist kein Allheilmittel und nicht für jedes Problem und für jeden Zweck geeignet. Die richtigen Anwendungsgebiete zu finden ist eine der zentralen Aufgaben.

Erfolgsfaktor 2: Methoden des Änderungsmanagements anwenden

Die langfristigen Ziele von SOA führen zu grundlegenden Veränderungen im Unternehmen. Bei der Einführung von SOA lassen sich daher folgende generelle Erkenntnisse und Regeln aus dem Änderungsmanagement anwenden (in Anlehnung an John P. Kotter).

  • Ein Gefühl der Dringlichkeit erzeugen:
    Aufzeigen der Herausforderungen, denen mit SOA begegnet werden soll
  • Eine Führungskoalition aufbauen:
    starkes und sichtbares Management, das die Transformation treibt
  • Vision und Strategien entwickeln:
    Definition eines idealen Ziels
  • Die Vision des Wandels kommunizieren:
    die SOA-Strategie und den Weg kommunizieren
  • Kurzfristige Ziele ins Auge fassen/„Short term wins“ generieren:
    klein und überschaubar anfangen
  • Erfolge konsolidieren und erreichte Verbesserungen systematisch ausbauen:
    präzises Projektmanagement und Aufbau einer „SOA Governance“
  • Neue Ansätze in der Kultur verankern

Erfolgsfaktor 3: Einführung in kleinen Schritten

Die SOA-Einführung kann nicht im Rahmen eines isolierten Großprojektes erfolgen, das große Investitionen benötigt und viele Ressourcen bindet. Vielmehr sollten Unternehmen mit einem kleineren, überschaubaren Projekt anfangen, das sich an dem Gesamtbild orientiert und sich schnell umsetzen lässt. Denn der Wandel hin zu einem Service-orientierten Unternehmen hat Auswirkungen auf die Unternehmensstrategie, das Geschäftsmodell, die Geschäftsprozesse, die Unternehmenskultur, die IT-Anwendungen, die IT-Infrastruktur und die IT-Prozesse. All diese Segmente gleichzeitig anzugehen ist zu riskant, und die Komplexität eines solchen Projekts ist kaum zu beherrschen.

Daher bietet sich für den SOA-Start zunächst ein Pilotprojekt an, das überschaubar und innerhalb weniger Monate umzusetzen ist. Dies könnte ein Geschäftsprozess sein, der durch Teilautomatisierung und höhere Änderungsflexibilität einen deutlichen Mehrwert für das Geschäft liefert und genügend Aufmerksamkeit im Unternehmen erreicht. Da im ersten Schritt Erfahrungen gesammelt werden, sollte vom Ergebnis des Projekts nicht der Unternehmenserfolg abhängig sein.

Erfolgsfaktor 4: Fachabteilungen einbeziehen

Das SOA-Projekt sollte Architekten, Entwickler und vor allem Vertreter der Fachabteilungen einschließen. Denn kein Projektverantwortlicher ist in der Lage, alle relevanten Geschäftsprozesse in Eigenregie zu sezieren. Von Beginn an sollte das Team daher die Fachverantwortlichen ins Boot holen. Sie wissen am besten, wie sich Prozesse restrukturieren lassen, und können den SOA-Spezialisten viel Arbeit abnehmen. Ist im Unternehmen kein ausreichendes Wissen vorhanden, ist der Einsatz von externen Experten anzuraten.

Erfolgsfaktor 5: ständige Erfolgskontrolle

Bei der Einführung von SOA gilt es, möglichst viel und bewusst zu lernen und das gewonnene Wissen zu verbreiten. Auf Grundlage der Erfahrungen setzen Unternehmen weitere Projekte auf und bauen so Stück für Stück die Service-Landschaft auf. Dazu gehört auch eine Bewertung des erwarteten und erzielten Nutzens nach jedem Schritt, um zu prüfen, ob die gewählte Strategie richtig ist.

Erfolgsfaktor 6: SOA Governance

Der Nutzen einer SOA steigt mit der weiteren Ausdehnung im Unternehmen. Dazu ist es notwendig, verbindliche Richtlinien und Prozesse festzulegen und konsequent umzusetzen. Darüber hinaus sind die fachliche Strukturierung, die Anpassung der Zuständigkeiten sowie abgestimmte Prozesse zur Einbindung von Services unerlässlich, um eine SOA in komplexen Unternehmensstrukturen zu implementieren. Sobald die SOA-Transformation anläuft, müssen die Organisationsstrukturen und die Prozesse zur Weiterentwicklung der SOA kontinuierlich überwacht und optimiert werden.

Die Mechanismen, Rollen und Regeln dazu werden unter dem Schlagwort „SOA Governance“ zusammengefasst. Sie ist Teil der Corporate Governance und der IT Governance. Unter Corporate Governance versteht man allgemein Steuerungs- und Regelungssysteme, mit deren Hilfe Unternehmen versuchen, ihre Ziele zu erreichen. Diese Systeme dienen der Kontrolle der Führungsorganisation und ihrer Prozesse. IT Governance stellt sicher, dass die Konzepte und Prinzipien der Service-Orientierung auf angemessene Weise in einem Unternehmen eingeführt werden. Schließlich wacht SOA Governance darüber, dass die gesetzten Geschäftsziele für die definierten Services erreicht werden.

Damit dies gelingt, müssen die Gremien und Rollen sowie deren zugrunde liegende Richtlinien, Verfahren und Standards ebenso definiert werden wie die Metriken und Hilfsmittel, die benötigt werden, um die SOA-Governance-Prozesse durchzuführen.

Erfolgsfaktor 7: Plan für den Aufbau der Infrastruktur

In dieser Phase der SOA-Umsetzung tritt die Infrastruktur in den Vordergrund, etwa das Einrichten einer Registry oder der Einsatz des Enterprise Service Bus (ESB). In der Registry können Entwickler anhand von Metadaten prüfen, ob ein bestimmter Service bereits erstellt wurde, und so unnötige Arbeit vermeiden. Hinter ESB verbirgt sich eine Kategorie von Software-Produkten, die die Integration verteilter Dienste in die IT eines Unternehmens unterstützt.

Da im Rahmen einer SOA die Zahl der Services steigt, müssen Unternehmen rechtzeitig eine Art Masterplan für ihre IT-Infrastruktur aufstellen. Dabei ist es wichtig, auf zuverlässige Partner zu setzen, die auch über mögliche Hürden helfen. Die Infrastruktur muss dabei nicht aus einer Hand kommen. Wichtiger ist es, dass die eingesetzten Produkte auf die Unternehmenssituation abgestimmt sind und auf Standards aufsetzen.

Die Menschen machen den Erfolg aus

Bei der Einführung einer SOA liegen die größten Hemmnisse nicht in der Technologie, sondern in den Köpfen der Menschen. SOA wird häufig als reine IT-Methodik aufgefasst und abgelehnt. Bei SOA handelt es sich jedoch um eine neue Ausrichtung der Unternehmensorganisation, die ihre Vorteile in der effektiveren Abstimmung der beteiligten Systeme wie Mensch, Unternehmenssteuerung und IT hat. Permanente Kommunikation ist unabdingbar für den Erfolg eines SOA-Projekts. Es müssen alle Beteiligten aus Management, IT- und Fachabteilungen ständig eingebunden sein, damit sie das Projekt langfristig unterstützen.

Wichtig: Die ersten SOA-Projekte innerhalb eines Unternehmens führen in der Regel noch nicht zu Kosteneinsparungen. Gegebenenfalls erfordern sie sogar erhöhte Investitionen. Kosteneinsparungen und verkürzte Innovationszyklen sind erst spürbar, wenn Services wiederverwendet werden können bzw. wenn ihre Orchestrierung bereits besteht und nur angepasst werden muss.